Die gemeinnützige Salzburger Institution für Medienbildung, Aktion Film, kennt die Phänomene von sozialer Vereinsamung und Konsum von Computerspielen und Videos mit gewalttätigen Inhalten von Jugendlichen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hilft Lehren und Schülern.
Mit Medienkompetenz der Gewaltspirale begegnen
Bereits beim Schulamoklauf in Emsdetten am 20. November 2006 hat der Geschäftsführer der Aktion Film Martin Seibt auf die umfangreichen Präventionsmethoden hingewiesen, die einer Vereinsamung von Schülern vor dem Computer vorbeugen helfen:
„Die Medien sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Nicht die Medien sind schuld an der derzeitigen Gewalteskalation. Wir brauchen einen anderen, kompetenteren Umgang im Konsum der Medien. Schwieriges soziales Umfeld führt Jugendliche in die Isolation und oftmals in die Flucht in eine Medien-Scheinwelt. Und mit schwierigem Umfeld meine ich nicht materiell prekäre Situationen. Quer durch alle Gesellschaftsschichten werden ‚Hilfeschreie’ von Jugendlichen nicht gehört. An diesem Punkt muss man ansetzen.“
Beispiele für erfolgreiche Arbeiten mit Schülern und Jugendlichen im Gewaltpräventionsbereich
Workshops: Die Aktion Film führt jedes Jahr viele Workshops in der aktiven Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen durch. Diese unterstützen Heranwachsende nicht nur darin, sich kreativ mit Medien auszudrücken, sondern fördern vor allem deren Medienkompetenz im Sinne eines reflektierten Medienumgangs. Die aktive Medienarbeit bietet aber auch die Möglichkeit, sich mit Themen wie „Gewalt in der Schule“ konstruktiv auseinanderzusetzen.
Ein Beispiel für Filmprojekte mit Schulen:
Das Medienprojekt ‚We Tube’ wurden letzten Herbst von Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Lehen (Projektleiter Iwan Pasuchin, Lehrender am MediaLab der Universität Mozarteum Salzburg, Lehrer Paul Donner, Medienberatung Aktion Film) erstellt.
Das Hauptziel des WeTube-Projektes bestand in der Nutzung der Potentiale des Web 2.0 zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Kindern und Jugendlichen, die in der Öffentlichkeit zumeist lediglich als Problemfälle wahrgenommen und behandelt werden. Das Projekt wurde im November 2008 mit dem media literacy award 2008 in der Kategorie Medienbildung ausgezeichnet.
Zwei Stunden mehr Unterricht für Beziehungsarbeit nützen
Es braucht zeitgemäße Rahmenbedingungen für den Unterricht. Nur unter bestimmten Voraussetzungen könnten im Lernsystem auch zusätzliche Stunden Sinn machen“, sagt der GF der Aktion Film Martin Seibt unter Einbeziehung der derzeitigen Debatte um die Ausweitung von Lehrerarbeitszeiten und unter dem aktuellen Gesichtspunkt der Ereignisse in Winnenden:
„Wir haben heute andere gesellschaftliche und berufliche Anforderungen zu bewältigen, als noch vor 25 Jahren. Gerade im Bereich des Medieneinsatzens der jungen Generation ändert sich derzeit alle paar Jahre Grundlegendes. Es ist daher wichtig, stärker in einen projektorientierten Unterricht zu gehen und dabei neue Medien einzusetzen. Nicht mehr Frontalunterricht allein erzielt Erfolge. Inhaltliche Kompetenz wird an Schülerinnen und Schüler abgetreten werden müssen. Die Prozesskompetenz des Lehrpersonals wird zunehmend gefragt sein.
Dazu brauchen Lehrerinnen und Lehrer aber auch medienpädagogische Kompetenzen und ein Wissen um die Medienwelten, in denen sich junge Menschen bewegen. Viele kennen Diskussionen um gewalthaltige Computerspiele nur aus den Medien, aber haben sich selbst noch nie damit auseinandergesetzt. Hier besteht derzeit noch ein großer Nachholbedarf, denn nur wenn man das Medienumfeld der Kinder und Jugendlichen kennt, kann man sich in der (medien-)pädagogischen Arbeit in der Schule auch angemessen damit auseinandersetzen. Deshalb bietet die Aktion Film eigene Workshops für Lehrer an, in denen sie viel diskutierte Computerspiele wie z.B. Counterstrike kennen und beurteilen lernen. Zudem werden in diesen Workshops Wege aufgezeigt, wie man die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern kann.
Literatur und Ausbildung zum Thema seitens der Aktion Film:
Wijnen, Christine W. (2008): Medien und Pädagogik international. Positionen, Ansätze du Zukunftsperspektiven in Europa und den USA. München: kopaed (268 Seiten, ISBN: 978-3-86736-063-0
Edith Blaschitz, Martin Seibt (Hrsg.) (2008).Medienbildung in Österreich. Historische und aktuelle Entwicklungen, theoretische Positionen und Medienpraxis. Lit.Verlag. ISBN: 978-3-7000-0861-3
‚Educational Technology Multimedia Leadership’ fünfsemestriger Universitätslehrgang in Kooperation mit der Donauuniversität Krems. Gestartet erstmals 2008.
Ansprechpartner
Aktion Film | Medienbildung
Wir gestalten Ihre visuelle Medienpräsenz – wir kultivieren Medienkompetenz
Mag. Martin Seibt, MSc
Imbergstraße 2, 5020 Salzburg, Austria
+43 662 822023
Unser Öffnungszeiten:
Mo. – Fr.: 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Verfasst von aktionfilm
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