Ehrenrettung für Computerspieler

Januar 15, 2008

Ein ARtikel der Salzburger nachrichten vom10. Jänner 2008   

Eine aktuelle deutsche Studie zeichnet entgegen dem Klischee vom gewaltbereiten Stubenhocker ein Bild von besonders geselligen Zeitgenossen mit dem Hang zu anspruchsvoller Unterhaltung.

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Eine Gruppe von Kommunikationswissenschaftern zeichnet nach Abschluss einer Studie ein Bild der Computerspieler, das nicht dem Klischee entspricht. Die Menschen, die sich dem Freizeitvergnügen Computerspiel hingeben, sind demnach keine isolierten Einzelgänger am Abgrund von Sucht und Gewalt, sondern besonders kommunikative Zeitgenossen mit einer Vorliebe für Geselligkeit und anspruchsvolle Unterhaltung. Der Bremer Professor Andreas Hepp und der Trierer Soziologe Waldemar Vogelgesang befassen sich in dem Sammelband mit der LAN-Szene, also den Teilnehmern privater oder öffentlicher Computerspielveranstaltungen im gemeinsamen Netzwerk. Sie näherten sich dabei den Computerspielern wie „Ethnologen, die Kontakt mit einer für sie unbekannten Spezies und ihrem Lebensraum herzustellen versuchen“. Ihre Beobachtungen führten zu dem Ergebnis, dass die Computerspieler in einem von ihnen selbst aufgebauten Lernbereich eine besondere Kompetenz in technischen Fragen entwickeln. Sie folgen dabei einem Selbstverständnis, das „für flexible Erwerbsbiografien immer bezeichnender wird“. Aber passen dazu die Gewaltorgien in Spielen wie „Counter Strike“ oder „Doom“? Die Forscher sehen das gelassen, da der irreale Spielcharakter immer gegenwärtig sei. Außerdem seien gerade auch „die kollektiven Baller- und Abschießspiele eingebunden in expressive Verhaltensmuster, gekoppelt an Witz, Spaßmachen und Albernheiten“. Sie sehen in diesen Spielen daher einen „Befreiungsversuch von den Rationalitätsanforderungen und der Problembeladenheit der modernen Alltagsrealität“. Mit anderen Worten: Der Alltag ist so belastend geworden, dass sich Computerspieler ihren eigenen Freiraum einrichten, in dem sie ungestraft auch einmal außer Kontrolle geraten dürfen. Und das tun mittlerweile nach Zahlen der Allensbacher Demoskopen immerhin 37 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Während dieser Anteil in den vergangenen zehn Jahren kaum gestiegen ist, haben die Nutzer von Online-Spielen zuletzt deutlich zugelegt – auf 17 Prozent. Online-Spieler sind vor allem unter den Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren, eher bei Männern sowie in der Bevölkerung mit hohem Bildungsgrad zu finden. Die Szene des 2005 eingeführten Online-Spiels „World of Warcraft“ (WoW) haben die beiden Medienwissenschaftler Robert Seifert und Sven Jöckel untersucht. Bei diesem Spiel steht der Langzeitnutzen im Vordergrund – die virtuelle Fantasy-Welt existiert neben der realen Welt und entwickelt sich immer weiter. Bei der Befragung von Spielern stellten die Forscher fest, dass sich deren Motivation mit der Zeit ändert: Stehen am Anfang Nervenkitzel, Wettkampf und die Erkundung der neuen Welt im Zentrum des Interesses, wird später die virtuelle Gemeinschaft immer wichtiger. „Die Zeit, die man online verbringt, nimmt zu, und der Grund dafür ist nicht mehr das spielerische Töten von Monstern und das Sammeln von Gegenständen, sondern stattdessen das Treffen von Freunden.“ Der Erfurter Professor Friedrich Krotz versteht Computerspiele als eine neue Kategorie der Kommunikation: Neben der persönlichen und der Massenkommunikation über die Medien stellen sie eine interaktive Kommunikation dar, bei der die Kommunikationsebene und zum Teil auch die Kommunikationspartner von Software und Hardware gestaltet werden. Krotz erwartet, dass künftig immer mehr Geräte eine eigene kommunikative Intelligenz erhalten: „Tote Dinge werden kommunikationsfähig und damit in gewissem Sinn lebendig.“ Die Wissenschafter erwarten, dass Computerspiele künftig noch mehr als bisher den Alltag durchdringen und damit auch kulturprägend wirken. Dazu passt auch der Trend, dass ältere Computerspieler über 35 Jahren schon jetzt keine Seltenheit sind. Unter diesen finden sich vor allem Freizeit- und Gelegenheitsspieler, die gelernt haben, dieses Hobby mit ihren beruflichen und familiären Tätigkeiten in Einklang zu bringen. Angesichts der verbreiteten Computerspielerfahrung bei Jugendlichen wird erwartet, „dass mit deren langsamen Älterwerden das Spielen unter Erwachsenen wohl zur ,alltäglichen‘ Normalität werden wird“. Gesellschaft muss wachsam bleiben Die Erkenntnisse der Kommunikationswissenschafter scheinen ganz im Interesse der Computerspielbranche zu liegen. Es gibt jedoch keinen Hinweis, der die Seriosität der Autoren in Zweifel ziehen würde. Diese haben in ihren Aufsätzen ausschließlich den Nutzen für die Computerspieler untersucht. Wenn es aber um die Inhalte geht, werden neue Fragen aufgeworfen. So merkt der Erfurter Professor Krotz kritisch an, dass Computerspiele auch als Übernahme kindlicher oder jugendlicher Fantasien durch Unternehmen aufgefasst werden könnten. „Hier ist die Zivilgesellschaft gefragt, die diese Prozesse beobachten, kontrollieren und dafür sorgen muss, dass die Menschen angemessene und gute Spiele auswählen können.“  


Amokläufe bei Jugendlichen

November 28, 2007

ORF Salzburg

AMOKLÄUFE BEI JUGENDLICHEN

26.11.2007

Medien und Schulen mit verantwortlich?
Je mehr Medien über Gewalt an Schulen berichten, desto mehr Nachahmer solcher Taten finden sich. Das betonte der deutsche Kriminalpsychologe Jens Hoffmann bei einer Tagung in Salzburg.
Öffentlicher Waffenkult, medial hochgespielte Empörung, Hype der Berichterstattung und Harmoniesucht von Pädagogen und Schulbehörden als Faktoren? Solche Fragen stellt Kriminalpsychologe Hoffmann.

Geschürte Aufregung, Filme
Gleichzeitig böten die meisten Schulen keine Beratung und Hilfe für auffällige Schüler an, weil sie um ihren Ruf fürchten. Hoffmann fordert bei der Debatte um Gewalt an Schulen deshalb weniger mediale Aufregung, dafür mehr konkrete Arbeit mit Betroffenen und Hilfe für Randgruppen unter Jugendlichen.
Zuerst der Amoklauf an einer Schule in Finnland und dann die noch von außen medial geschürte Aufregung um ein angeblich in letzter Minute verhindertes Blutbad in einer Schule in Köln – die umfassende Berichterstattung über diese Vorfälle bringe manche Jugendliche nur auf gefährliche Ideen, sagt der Aschaffenburger Kriminalpsychologe Jens Hoffmann.

Schließlich gebe es so spektakuläre Gewaltverbrechen an Schulen in Europa erst seit dem auch in einem Spielfilm aufbereiteten Massaker an einer Schule in den USA aus dem Jahr 1999.  Stille, depressive Einzeltäter
Hoffmann sieht bei den Nachahmungstätern eine überquellende Beschäftigung mit Amokläufern, eine fast schon abgöttische Verehrung mit Massenmördern wie in Columbine: „Wir haben oft Websites gefunden, die Jugendliche ins Netz stellen zur Verehrung solcher Täter. Das sind häufige Warnsignale. Es geht hier auch um persönliche Verzweiflung: `Ich weiß nicht mehr weiter, und ihr werdet schon mal sehen …`
Dazu kommt für den Kriminalpsychologen, dass Schüler, die extreme Gewalttaten fantasieren, planen oder verüben, vorher in den meisten Fällen sehr unauffällig bis angepasst waren: „Oft sind es Jungen, die eher depressiv sind, sich gekränkt fühlen und als Einzelgänger zurückziehen. Manche entwickeln Fantasien, dass sie durch eine solche Tat noch jemand sein können, der wichtig wird. Es sind sehr selten offen verhaltensgestörte Kinder und Jugendliche, die aus gewalttätigen Elternhäusern kommen.“  Verhindert schöner Schein die Hilfe?
Statt lange öffentlich, journalistisch und theoretisch über Gewalt an der Schule zu diskutieren und sich zu empören, sollten Psychologen und Berater in den Schulen arbeiten. Doch damit hätten viele Direktoren und Lehrer keine Freude, ergänzt Hoffmann, weil ihnen Schein einer heilen Welt wichtig sei:
„Wir haben oft das Problem, dass Schulen die Fakten nicht wahrhaben wollen. Wenn nämlich Krisenteams eingerichtet werden, würde das ja heißen, wir haben Probleme an der Schule. Dadurch wird unser Ruf schlecht. Genau diese Einstellung ist ein falscher Weg.“  


Muttersprache Digital

Februar 14, 2007

Das Computerzeitalter erfordert neue Lernmethoden

Unsere Kinder und Jugendlichen werden spätestens seit der Begriffseinführung durch den US-amerikanischen Autor und Spieleentwickler Marc Prensky im Jahr 2001 als ‚Digital Natives’ bezeichnet. Diese Generation ist die erste, die mit vielfältigen neuen Technologien aufgewachsen ist, also mit Computern, Computerspielen, Internet, email Handys und mit Instant Messaging. Speed zählt und Multitask ist genauso gefragt wie spielerisches Lernen, alles via Screen natürlich.

Gleichzeitig sind die Lehrer dieser Kinder ‚Digital Immigrants’, Personen, die vor dem Technologieschub aufgewachsen sind und den Einstieg in das Computerzeitalter erst als Erwachsene vollzogen haben. Sie sprechen die neue Sprache oft unzureichend und sind methodisch meist im vorigen Jahrtausend verhaftet. (vgl. Marc Prensky, Digital Natives, Digital Immigrants, NCB University Press, Vol 9, 10/2001).

Email ja, aber was ist Instant Messaging?

Wer über 20 weiß schon was Instant Messaging ist? Mit dem Instant Messenger gelingt die Textübermittlung, also das Chatten in Echtzeit, meist unterstützt mit Videoprogrammen und der Fähigkeit Telekonferenzen abzuhalten. Der Begriff ist Paul Linebargers Science-Fiction Geschichten aus den 1960er Jahren entlehnt, so schnell hat uns die Wirklichkeit eingeholt.

3 Workshops zum Thema Digital Immigrants und Digital Natives von der Salzburger Aktion Film im März 2007

Aktion Film Salzburg, der gemeinnützige Partner für Medien und Pädagogik mit audiovisuellem Schwerpunkt, veranstaltet gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung im März 2007 einen dreiteiligen Workshop zum Themenkomplex ‚Digital Immigrants/Digital Natives’ zu moderaten Preisen.

Workshop „Digital Immigrants“

Dienstag, 6. März 2007, 9:00 – 18:00 Uhr.
1. Teil: Internet & Kommunikation. Social Software – Das Kommunikative im Web.

In diesem Workshop geht es einerseits um das Kennenlernen und Ausprobieren der neuen Internet-Tools und andererseits um die Reflexion der möglichen gesellschaftlichen und kommunikativen Relevanz. Speziell
werden die Möglichkeiten des Einsatzes der Social Software in der schulischen und außerschulischen (Bildungs-)Arbeit beleuchtet.
Teilnahmegebühr € 5.—

Mittwoch, 7. März 2007, 14:00 – 18:00 Uhr
2. Teil: Digital Lives – Die Medienwelten Heranwachsender.

Im Rahmen dieses Workshops wird ein Einblick in die Mediennutzung und den Medienumgang Heranwachsender gegeben. Den Abschluss bildet eine Medienkompetenzdiskussion aus umgekehrter Perspektive: Die Frage lautet nicht „welche Kompetenzen müssen Kindern und Jugendlichen für ein Leben in der Mediengesellschaft vermittelt werden“ sondern „was können wir von Heranwachsenden lernen, um uns in ihrer Mediengesellschaft zurecht zu finden“.
Teilnahmegebühr € 3.—

Donnerstag, 8. März 2007, von 14:00 – 18:00 Uhr
3.Teil: Haltungen und Methoden für die Arbeit mit Digital Natives.

Lernkultur und Schulkultur entwickeln sich unterschiedlich! Unsere Kinder und Jugendlichen, die so genannten „Digital Natives“ (d.h. diese Personen sind mit den neuen Technologien aufgewachsen), unterscheiden sich heute grundlegend von jenen Personen, für die unser Erziehungssystem entwickelt wurde. Zusätzlich dazu sind die meisten in der Aus- und Fortbildung tätigen Menschen „Digital Immigrants“ (d.h. diese Personen, sind vor Einführung neuer Technologien aufgewachsen). Dieser Workshop beschäftigt sich u.a. mit der Frage, wie Unterricht trotzdem gelingen kann.
Teilnahmegebühr € 3.—

Ansprechpartner

Mag. Martin Seibt, MSc
Aktion Film Salzburg
Imbergstr.2, 5020 Salzburg
+43-662-822023
office@aktion-film-salzburg.at
www.aktion-film-salzburg.at


Eskalation in Emsdetten – Verbote und Zensur oder aktive Medienarbeit?

November 23, 2006

Das EuRegio Medienzentrum (Aktion Film Salzburg, Radiofabrik, Landratsamt Traunstein und Berchtesgaden) zeigt Alternativen auf.

 

Seit dem neuerlichen Amoklauf an einer deutschen Schule werden Computerspiele, Filme und andere „Besorgnis erregende Medieninhalte“ wieder heiß diskutiert, und laut wird nach Verboten und Zensur gerufen. Im Besitz so genannter „Killerspiele“ lassen sich offenbar Gemeinsamkeiten zwischen den Amokläufern von Erfurt und Emsdetten ziehen, und laut Stammtischlogik wird somit in Gewalt verherrlichenden Medieninhalten die „wahre Ursache“ gefunden bzw. bestätigt.

Allerdings ist dies eine viel zu verkürzte und unzureichende Diskussion, denn man muss sich mit dem gesamten Komplex diverser gesellschaftlicher und sozialer Problemlagen sowie Orientierungslosigkeit auseinander setzen, um Einblick in die Hintergründe solcher Ereignisse zu erlangen. Sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung zu ziehen, indem man den Medien die Schuld gibt, ist zu einfach!

„Die wahren Probleme liegen meist im schwierigen Umfeld, dem solche Jugendliche ausgesetzt sind, und den stark negativen Erfahrungen, die sie in unserer Gesellschaft machen. Daher liegt es in unserer Verantwortung sich mit den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen – vor allem aber jener, die in einem sozial brüchigen Umfeld aufwachsen – auseinander zu setzen, und dazu gehören auch die Medien“, so Univ.-Prof. Dr. Ingrid Paus-Hasebrink, Leiterin der Abteilung für Audiovisuelle Kommunikation am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg und Vorstandsmitglied der Aktion Film.

Kinder und Jugendliche nutzen Medien in der Regel aktiv und kreativ und setzen diese für selbst bestimmte Zwecke ein. Dies kann aber auch heißen, dass Medien als Mittel für verzweifelte Hilfeschreie – wie im aktuellen Fall Emsdetten – genützt werden, oder der Flucht aus einem für sie brutal empfundenen Alltag dienen.

„Unsere Aufgabe ist es, sensibel zu sein und diese Hilfeschreie wahrzunehmen, egal ob diese mittels Medien erfolgen, oder nicht. Das heißt aber auch, sich gerade auf jene Jugendlichen sensibel einzulassen, die mit ihren wie auch immer gearteten Problemen in dieser Gesellschaft nicht zurecht kommen; und vor dieser Verantwortung dürfen wir uns nicht drücken“, betont Wolfgang Hirner, Geschäftsführer der Radiofabrik und Gründer des EuRegio Medienzentrums.

„Die Medien sind nicht schuld an der derzeitigen Gewalteskalation. Wichtig ist ein kompetenter Umgang mit Medien und besonders jenen Jugendlichen, die Probleme haben, muss aktiv geholfen werden“, so auch Mag. Martin Seibt MSc., Geschäftsführer der Aktion Film und ebenfalls Gründer des EuRegio Medienzentrums. Die Devise des EuRegio Medienzentrums zielt nicht auf Medienzensur und Rückkehr in die Anfänge der Bewahrpädagogik, sondern Kindern und Jugendlichen eine aktive Auseinandersetzung mit Medien zu ermöglichen.

Ein gelungenes Beispiel sich der gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und Kindern und Jugendlichen eine Hilfestellung in der Bewältigung ihrer Probleme zu geben, zeigt „Shit Happens“, ein Filmprojekt des EuRegio Medienzentrums: In Zusammenarbeit des Jugendzentrums Kuchl und der Bewährungshilfe mit der Aktion Film wurde fünf Kuchler Jugendlichen, die aufgrund einer Einbruchsserie das erste Mal straffällig wurden, die Chance einer Wiedergutmachung gegeben. Indem sie einen Film über ihr Vergehen produzierten, ließen sie das Erlebte Revue passieren und setzten sich intensiv mit Polizei, Eltern, Geschädigten und sich selbst auseinander. Für alle beteiligten Jugendlichen war dies ein sehr positives Erlebnis, das mehr bewirkte als jede Bestrafung. Zudem wurde der Film in Schulen gezeigt, um so Prävention zu leisten.Für die Zukunft sind daher eine aktive Auseinandersetzung mit den Lebens- und Medienwelten von Kindern und Jugendlichen und davon ausgehend konkrete Hilfestellungen gefragt, anstatt junge Menschen sich selbst zu überlassen und ihre wahren Probleme zu ignorieren. Am wenigsten zielführend – wenn auch preiswert – sind Verbote und Zensur, denn dadurch werden bedenkliche Medieninhalte keineswegs aus der Welt geschafft, sondern nur kriminalisiert, mystifiziert und somit für junge Menschen noch interessanter gemacht.


Frischer Wind in die Medienpädagogik

September 21, 2006

Die Salzburger Medieneinrichtungen Radiofabrik und Aktion Film präsentieren in Kooperation mit der kommunalen Jugendarbeit in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land das erste Jahresprogramm
‘Medien selber machen!’ ist das Motto des Workshop-Programms des 2006 gegründeten EuRegio Medienzentrums (EMZ). Einem überwiegend jungen Teilnehmerkreis wird ab Herbst 2006 der Einsatz von innovativen Technologien in 26 verschiedenen Workshop-Angeboten vermittelt. Die Themen sind vielfältig und reichen von Medienrecht bis Radiojingle, von Filmanalyse und Gewalt in den Medien bis hin zu Internetrecherche und Podcasting.

Die medienpädagogische Arbeit erfolgt sowohl zentral in Salzburg als auch dezentral in den ländlichen Regionen der EuRegio, die infrastrukturell nur unzureichend ausgestattet sind. Mit Hilfe mobiler Equipments können auch dort die entsprechenden Einrichtungen und Personen(gruppen) gut versorgt werden.

Martin Seibt, Aktion Film:
‘Wir bieten 26 Workshops in den vier Themenbereichen Radio, Video, Internet und Print an. Insgesamt stehen uns 14 Referentinnen und Referenten aus Deutschland und Österreich zur Verfügung. Wir decken in diesen 26 Workshops ein breites Spektrum der Medienkompetenzvermittlung ab.

Wolfgang Hirner, Radiofabrik
‘Das Programm kann sich sehen lassen. Man muss in Österreich und in Bayern lange suchen, um so ein Medien-Workshop-Programm zu finden. In der Kompaktheit und Modernität sind wir zumindest in Westösterreich und in der Euregio mit Traunstein und dem Berchtesgadener Land einzigartig.

Ulli Himstedt, Landratsamt Traunstein
„Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land sind im Bereich der Medienpädagogik lt. einer Studie des JFF (der größten medienpädagogischen Einrichtung in Bayern) nur sehr unzureichend versorgt. Oft wird die Tätigkeit von FachberaterInnen ehrenamtlich ausgeübt. Die Kooperation mit den Fachkräften der Jugend-, Erziehungs-, Bildungs- und Kulturarbeit bietet hier grenzüberschreitend eine fachlich fundierte Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich der Medienpädagogik. Diese ist in der Arbeit mit SchülerInnen, in den Jugendarbeitsbereichen und in der JugendleiterInnen- und LehrerInnenfortbildung wichtig und notwendig. Das bestätigen auch die Medienfachberater und Fachkräfte der außerschulischen Jugendarbeit im Landkreis. Daher begrüßt der Landkreis Traunstein dieses Projekt auch außerordentlich. 26 Workshops: Radioproduktion – Studiotechnik – Digitaler Audioschnitt – Interview – Jingle – Moderation – Partizipative Medien – Medienrecht – Videoproduktion – Digitaler Videoschnitt – Filmanalyse – Medienbedeutung in unserer Gesellschaft – Medien und Gewalt – Kamera – Drehbuch kurz – Drehbuch lang – Trickfilm – Produktion Film-Video – Wikis in der Bildungsarbeit Recherchekompetenz im Internet – u.a.
Programm zum Download unter www.euregiomedienzentrum.net

Das EuRegio Medienzentrum wird gefördert mit EU-Mitteln aus Interreg III-A.

Kontakt

Radiofabrik – Verein Freier Rundfunk Salzburg,
Wolfgang Hirner

5020 Salzburg, J-Preis-Allee 16
www.radiofabrik.at,
w.hirner@radiofabrik.at
Tel +43 (0) 662 – 84 29 61
Fax +43 (0) 662 – 84 87 84 – 13

Aktion Film Salzburg
Mag. Martin Seibt, MSc

Imbergstraße 2/1.Stock
5020 Salzburg

Tel.: +43 (0)662 / 82 20 23
Fax: +43 (0)662 / 82 20 23 – 4

eMail: office@aktion-film-salzburg.at
Web: www.aktion-film-salzburg.at

Landratsamt Traunstein
Ulli Himstedt – Diplomsozialpädagogin
Fachdienst Kommunale Jugendarbeit
Amt für Kinder, Jugend und Familie

Katharinenstraße 2
83278 Traunstein

Fon: 0049-(0)861-58622 / FAX: 0049-(0)861-58603
Mail: ulli.himstedt@lra-ts.bayern.de
http://www.traunstein.com/jugendamt/


Spielend Rechtsempfinden überprüfen

Juli 13, 2006

Legalopoli – eine elektronische europäische Landkarte der Legalität

Catanaia, Sizilien. Mit 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der größten italienischen Insel, 80% der Jugendlichen ist ohne Arbeit. Ein Nährboden für die Stidda. Stidda ist eine Mafia-Organisation, die sich ähnlich der Cosa Nostra durch Gewalttätigkeit auszeichnet, in den 70er Jahren entstanden ist und im Südosten Sizilien aktiv ist.

Anfang Juni war die Projektleiterin und Journalistin Iris Köck von der Radiofabrik, dem Freien Radio Salzburg, gemeinsam mit drei Salzburger Jugendlichen (Tassilo Köhler, Thomas Eirisch und Maximilian Stifter; alle drei von den Herz-Jesu-Missionaren) in Catania. Beim viertägigen Aufenthalt trafen sich 39 Kids im Alter von 10 bis 14 Jahren, um die Projektergebnisse des EU geförderten Projekts ‚Legalopoli’ zu präsentieren und um Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. Bei ‚Legalopoli’ geht es darum, dass Schülerinnen und Schüler interaktive Videospiele entwickeln, um ihre Mitschüler zu legalem Handeln zu ermutigen.

Die Europäische Kommission hat im Oktober 2005 sechs Millionen Euro zur Unterstützung von 27 neuen europäischen Bildungsprojekten zur Verfügung gestellt (Aktion Minerva). Die nun laufenden Projekte wurden 2005 unter 250 europaweiten Bewerbern ausgewählt. Das Projekt ‚Legalopoli’ wurde unter den gesamten Bewerbungen auf Rang zwei gesetzt.

Radiofabrik und Aktion Film im Verbund mit europäischen Medienzentren 

Im Projekt arbeiten mehrere europäische Medienzentren, darunter eben auch die Radiofabrik Salzburg, zusammen:

ABATON srl aus Rom,

A.S.A.E.C. aus Catania (Projektkoordinator), die Idee zu ‚Legalopoli’ entstand aus dem Anti-Mafia Kampf der Assoziazione antistorsione catanese

RADIOFABRIK aus Salzburg,

Mora Media Center aus More in Schweden,

Academy of
Film Promotion (AFP) Warschau,

COLOUR IN THE MEDIA aus Amsterdam.

O-Ton Iris Köck: ‚In den vier Tagen in Catania ist unglaublich viel passiert. Die Jugendlichen haben ihre Projekte hergezeigt. Die Spiele wurden durchgespielt und auf ihre Machbarkeit und Wirkung hin überprüft. Die Ergebnisse haben uns in der Qualität und in der Wirkung auf die Jugendlichen beeindruckt’. Für Iris Köck wurde das Ziel Wissensaustausch erreicht, das Treffen bot aber weitere wichtige Aspekte für die TeilnehmerInnen: ‚Die Jugendlichen haben etwas über europäische Kultur gelernt, indem sie mit Gleichaltrigen aus mehreren europäischen Ländern viel Zeit verbracht haben. Dabei haben sich alle TeilnehmerInnen durchgehend auf Englisch unterhalten. Die Organisatoren haben sich enorm viel Mühe gegeben und haben ein großartiges Rahmenprogramm zur Förderung der sozialen Kontakte abgewickelt, unter anderem auch eine gemeinsame Wanderung auf den Vulkan Etna und ein Spiel über Auffälligkeiten in der Öffentlichkeit unter Anleitung einer Kriminologin’.

Projektablauf in Catania:

Die Jugendlichen aus den verschiedenen europäischen Ländern haben Videofilme mitgebracht, die auf Basis der gemeinsamen technischen Plattform ‚Storyinventor’ im Heimatland erarbeitet wurden. Geschichten wurden erfunden, die im Laufe des Spiels immer wieder Wahlmöglichkeiten zwischen mehreren legalen und illegalen Handlungsmöglichkeiten bieten. Die Themenpalette reicht von Vandalismus, Stehlen und Drogenmissbrauch bis hin zu Mobbing und illegalen Downloads.

Iris Köck: ‚Beim Ausprobieren der Spiele haben sich die Jugendlichen, die in der Gruppe die weiteren Handlungsschritte abstimmten, oftmals für ‚coole’ illegale Varianten entschieden. Als die Geschichten dann vielfach mit Polizeieinsatz oder mit Krankenhausaufenthalten endeten, gab es bei den Kids große Aha-Erlebnisse’.

Elektronische europäische Landkarte der Legalität ab September downloadbar und 2000 CDs für Schulen 

In der Vorbereitung im ersten Halbjahr 2006 hat Iris Köck mit dem Salzburger Projektpartner Aktion Film ‚Legalopoli’ in Salzburger Schulen vorgestellt. Konkret wurde die Zusammenarbeit mit dem Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg Liefering und dem BG Hallein durchgeführt. Insgesamt sind sechs Geschichten entstanden, die nun noch einmal überarbeitet werden und ab September 2006 auf der Homepage www.legalopoli.it legal downgeloadet werden können. Darüber hinaus werden zweitausend CDs erstellt, die in den Teilnehmerländern von Schulen und Medienzentren angefordert werden können.

Detail am Rande: Eine Sozialarbeiterin aus Catania hat das Projekt für ihre Bedürfnisse adaptiert und arbeitet mit Jugendlichen Straftätern mit den von Jugendlichen erstellten Videospielen.

Die Aktion Minerva, benannt nach der römischen Göttin der Weisheit, soll die europäische Zusammenarbeit bei der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie im Bildungswesen fördern. Sie ist Bestandteil von SOKRATES, des groß angelegten Bildungsprogramms der EU.

Weitere Infos:

Iris Köck
Projektleiterin Radiofabrik, Freies Radio Salzburg 
Josef-Preiss-Allee 16, 5020 Salzburg+43-(0)662-842961
i.koeck@radiofabrik.at
www.radiofabrik.at 

Martin Seibt
Pädagogische Leitung Aktion Film Salzburg 

Imbergstr.2, 5020 Salzburg+43-662-822023
seibt@aktion-film-salzburg.at
www.aktion-film-salzburg.at 


be aware of the Media

Juli 5, 2006

Be Aware of the Media – Tagung zur Medienbildung in ÖsterreichDonau-Universität Krems und Aktion Film Salzburg veranstalten 2-teilige Klausur zu Geschichte, Status quo und Perspektiven der Medienbildung in Österreich Krems (kpr). Mit einer zweiteiligen Tagung zur Medienbildung in Österreich versammelt die Donau-Universität Krems gemeinsam mit der Aktion Film Salzburg ExpertInnen aus Wissenschaft und praktischer Medienarbeit zu einer kritischen Bestandsaufnahme der Medienbildung in Österreich. Nach dem ersten Teil der Tagung, die im Frühjahr an der Universität Salzburg stattfand liegen erste Ergebnisse vor, der zweite Teil der Klausur wird im November an der Donau-Universität Krems abgehalten.  Im Rahmen des ersten Teils der Tagung „Be Aware of the Media – Medien zwischen Bildungsanspruch, Empowerment und Kritik“ wurden in Salzburg die gesellschaftlichen Funktionen von Medien bzw. deren Rolle in der schulischen und außerschulischen Arbeit diskutiert. Die Vermittlung bzw. Analyse eines kritisch-analytischen bzw. eines handlungsorientierten, praktischen Umgangs mit Medien sind die vorrangigen Arbeitsgebiete der versammelten ExpertInnen.  

Empowerment durch Medien statt eindimensionaler Medienkritik 

Obgleich unsere Lebenswelten in hohem Maße Medienwelten sind, herrscht im Allgemeinen in der Öffentlichkeit wenig Bewusstsein darüber, dass zur Bewältigung dieses Lebensumfeldes auch Medienkompetenz notwendig ist. Ebenso wenig existiert in Österreich – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – eine Vereinigung von kritischen MedienvertreterInnen, die als zentrale Ansprechpartnerin für einen kritischen Umgang mit Medien zur Verfügung steht bzw. hierfür Lobbyarbeit leisten kann. Auch im akademischen Umfeld fehlt eine deklarierte Vermittlung von Medienkompetenz. Große Öffentlichkeit erregen im Gegensatz dazu kontinuierlich in den Medien auftauchende und Angst erzeugenden Berichte. Hier könnte eine zentrale Interessensvertretung aktiv inhaltlich einschreiten und konkrete Handlungskonzepte bieten. 

Auch die Beschäftigung mit „Best Practice“-Beispielen (Empowerment durch Medien, das Potenzial einer kritischen Gegenöffentlichkeit) könnte einen Kontrapunkt zu den Negativbeispielen setzen. Medienbildung kann auch im Sinne der „Cultural Studies“ als emanzipatorisches Projekt gesehen werden, was in der wissenschaftlichen Beschäftigung in Richtung einer politischen Kontextualisierung im Gegensatz zu alt hergebrachter Bewahrpädagogik führt. 

Neue Formen des Lernens durch Neue Medien 

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung war die Diskussion um Chancen und Risken von E-Learning wie Gamebased Learning, E-Portfolios, Kooperierendes E-Learning und konstruktivistische E-Learning-Arrangements.  

Der Einsatz von E-Learning wird gerne dazu benützt, um an Schulen eine verkrustete Didaktik aufzubrechen. Es wird versucht, mithilfe von neuen Technologien weiterreichende Prozesse in Gang zu bringen. Veraltete Schul- bzw. Bildungsstrukturen verhindern aber andererseits auch Erfolge im E-Learning, die gerade im Bereich des kooperierenden Lernens sehr gute Erfolge zeigen können.Auch im Bereich des E-Learnings ist somit in letzter Zeit eine gewisse Ernüchterung eingetreten: Die ExpertInnen waren sich einig, dass es etwa bei der Entwicklung von Lernmanagementsystemen zur Erzielung mediendidaktisch zufrieden stellender Resultate einen großen Kooperationsbedarf mit PädagogInnen gibt.  „Be aware of the Media“ wird im November 2006 an der Donau-Universität Krems fortgesetzt. Nähere Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie unter:http://www.xn--medienpdagogik-cib.at (03.07.2006) 


Preise für MitarbeiterInnen der Aktion Film

Juni 24, 2006

In Wien und in Salzburg wurden diese Woche binnen zwei Tagen die Comenius Auszeichnung 2006 und der Drehbuchpreis der Stadt Salzburg in der Kategorie Kurzfilm 2006 an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des gemeinnützigen Salzburger Medienunternehmens Aktion Film übergeben. Das Comenius EDV-Media-Siegel ist ein Ehrenpreis der Gesellschaft für Pädagogik und Information mit Sitz in Berlin, die Preisübergabe erfolgte in Wien.

Mozarts Kindheit – Eine Lernsoftware für Kinder ab acht.

 „W.A. Mozart war nicht nur ein Genie, sondern auch ein Kind wie du es bist, lebte jedoch in einer anderen Zeit. Kannst du dir vorstellen, wie Kinder vor 250 Jahren gelebt haben, welches Spielzeug Wolfgang A. Mozart und seine Schwester Nannerl gehabt haben, wie sie gereist sind, …?

So beginnt der Text des Booklets, das der CD-ROM des Mozart-Lernspiels beiliegt. Spielerisch die Kinder auf die Fährte Mozarts zu bringen, abseits vom viel zitierten Wunderkind, das waren die Intention der der Macher der Lernsoftware Olivia Nietsche, Martin Seibt und Markus Weisheitinger-Herrmann. Die CD-Rom beinhaltet drei Informationskapitel: „Die Familie Mozart“, „Wolfgangerls Alltag“, „Mozarts Große Reise“; Ein Quiz mit einem Spiel ist als Belohnung noch angehängt.

Die Lehr- und Lern-CD-Rom „Mozarts Kindheit“ ist ein geeignetes Medium für Kinder von acht bis zwölf Jahren, um auf spielerische Weise vieles über das Kind Mozart zu lernen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auch auf die Konzeption für den Einsatz in Schulen gelegt, so bietet die CD-Rom auch für LehrerInnen reichhaltiges Informationsmaterial an.

Martin Seibt: ‚Wir haben viel Know-how und Engagement in dieses Projekt gesteckt. Wieder einmal haben wir unser pädagogisches Grundprinzip ‚Spaß am Lernen’ eingesetzt und wir haben gleichzeitig viel Medienkompetenz umgesetzt. Das wurde von der Jury in Berlin gewürdigt. Wir freuen uns sehr über diese internationale Auszeichnung’.

Credits:

Idee und Projektleitung: Martin Seibt

Recherche: Olivia Nietsche

Konzept: Olivia Nietsche, Markus Weisheitinger-Herrmann, Martin Seibt

Grafik und Design: Markus Weisheitinger-Herrmann

CD-Rom Authoring: Markus Weisheitinger-Herrmann

Sound Design: Marcus C. Diess

Label-/Cover Design:
Wolfgang Lienbacher

Sprecher: Markus Grüner, Christiane Warnecke, Evamaria Schaller, Marcus C. Diess

Finanziert von:

Mozart 2006 Salzburg und dem Dachsponsor www.mozartland.com

In Zusammenarbeit mit dem Referat für Erwachsenenbildung und Bildungsmedien

Gefördert aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Kontakt:

Mag. Martin Seibt, MSc

Pädagogische LeitungAktion Film SalzburgImbergstr.2, 5020 Salzburg+43-662-822023

seibt@aktion-film-salzburg.at

www.aktion-film-salzburg.at

 


Filmprojekt ersetzt Vorstrafe

Mai 31, 2006

Jugendliche Videofilmer produzieren den Streifen ‚Shit Happens’ zur Deliktvermeidung

Am 23.Mai 2006 hat die Videoproduktion ‚Shit Happens – Jugendliche auf Bewährung’ Premiere. Fünf straffällig gewordene Kuchler Jugendliche stellen unter Anleitung der Aktion Film Salzburg eine Videoproduktion, her, in der sie Erlebtes (mit Polizei/Eltern/Geschädigten etc.) Revue passieren lassen. Ziel des Videofilms ist es, präventiv zu wirken und Jugendliche davon abzuhalten, gegen das Gesetz zu verstoßen.

Im Jahr 2004 kamen einige Kuchler Jugendliche zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Gesetz in Konflikt – sie verübten Einbruchsdelikte in ein Musterhaus und in ein e Trafik. Unter Mithilfe des Jugendzentrums Kuchl und dem Verein Neustart/Bewährungshilfe und den Geschädigten kam es zu einer diversionellen Maßnahme durch das Gericht. Seitens der Staatsanwaltschaft Salzburg erfolgte eine vorläufige Zurücklegung der Strafanzeige gemäß § 90f in Verbindung mit der Anordnung der Bewährungshilfe  und einer Probezeit von zwei Jahren, mit der ‚Auflage, den Schaden wieder gut zu machen.

Mit Modellprojekt neue Wege  der diversionellen Maßnahme beschritten 

Die Wiedergutmachung erfolgt in Form der Aufarbeitung der Delikte mit Hilfe des Mediums Film. ‚Aktion Film Salzburg ist als Partner für medienpädagogische Projekte, wie diese, der erste Ansprechpartner. Unsere Rolle dabei ist, den Jugendlichen bei allen Fragen der Filmproduktion unaufdringlich zur Seite zu stehen. Die Jugendlich realisieren dann ihre eigenen Projekte’, sagt Martin Seibt, der pädagogische Leiter der Aktion Film Salzburg. In Ergänzung dazu gab es regelmäßige Gruppensitzungen mit den fünf Jugendlichen, dem Jugendzentrumsleiter Franz Otto und dem Bewährungshelfer Peter Lindinger. Der finanzielle Schaden, der aus den verübten Delikten entstand, wurde von den Jugendlichen zur Gänze abgedeckt.

Den fünf Kuchler Jugendlichen ist es mit der Fertigstellung des Films gelungen gleich mehrere positive Akzente zu setzen. Sie haben sich mit Straftaten auseinander gesetzt, sie haben sich mit den Geschädigten geeinigt und sie haben gelernt, wie Filme gemacht werden. Der Film ist darüber hinaus für andere Jugendliche geeignet, Konfliktsituationen zu diskutieren. Mit ‚Shit Happens’ ist ein Modellprojekt entstanden’, betont der Leiter des Jugendzentrums Kuchl Franz Otto. ‚Die vielen Vorteile der Filmproduktion liegen auf der Hand.’

Projektrealisierung durch EU-Mittel 

Das Programm ‚Jugend’ der EU (Aktionslinie 3) hat das Filmprojekt mit € 8.500.—gefördert. Das so erfolgreiche Projekt hat somit auch den Projektrichtlinien der EU entsprochen. Jugendinitiativen werden gefördert, die Projekte entwickeln und in Österreich durchführen bei denen Kreativität und der Europabezug in der Themenwahl für die Jugendlichen relevant sind.

Infos und Filmbestellungen:

Mag. Martin Seibt, MSc

Pädagogische Leitung

Aktion Film Salzburg

Imbergstr.2, 5020 Salzburg

+43-662-822023

seibt@aktion-film-salzburg.at

www.aktion-film-salzburg.at