be aware of the Media

Be Aware of the Media – Tagung zur Medienbildung in ÖsterreichDonau-Universität Krems und Aktion Film Salzburg veranstalten 2-teilige Klausur zu Geschichte, Status quo und Perspektiven der Medienbildung in Österreich Krems (kpr). Mit einer zweiteiligen Tagung zur Medienbildung in Österreich versammelt die Donau-Universität Krems gemeinsam mit der Aktion Film Salzburg ExpertInnen aus Wissenschaft und praktischer Medienarbeit zu einer kritischen Bestandsaufnahme der Medienbildung in Österreich. Nach dem ersten Teil der Tagung, die im Frühjahr an der Universität Salzburg stattfand liegen erste Ergebnisse vor, der zweite Teil der Klausur wird im November an der Donau-Universität Krems abgehalten.  Im Rahmen des ersten Teils der Tagung „Be Aware of the Media – Medien zwischen Bildungsanspruch, Empowerment und Kritik“ wurden in Salzburg die gesellschaftlichen Funktionen von Medien bzw. deren Rolle in der schulischen und außerschulischen Arbeit diskutiert. Die Vermittlung bzw. Analyse eines kritisch-analytischen bzw. eines handlungsorientierten, praktischen Umgangs mit Medien sind die vorrangigen Arbeitsgebiete der versammelten ExpertInnen.  

Empowerment durch Medien statt eindimensionaler Medienkritik 

Obgleich unsere Lebenswelten in hohem Maße Medienwelten sind, herrscht im Allgemeinen in der Öffentlichkeit wenig Bewusstsein darüber, dass zur Bewältigung dieses Lebensumfeldes auch Medienkompetenz notwendig ist. Ebenso wenig existiert in Österreich – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – eine Vereinigung von kritischen MedienvertreterInnen, die als zentrale Ansprechpartnerin für einen kritischen Umgang mit Medien zur Verfügung steht bzw. hierfür Lobbyarbeit leisten kann. Auch im akademischen Umfeld fehlt eine deklarierte Vermittlung von Medienkompetenz. Große Öffentlichkeit erregen im Gegensatz dazu kontinuierlich in den Medien auftauchende und Angst erzeugenden Berichte. Hier könnte eine zentrale Interessensvertretung aktiv inhaltlich einschreiten und konkrete Handlungskonzepte bieten. 

Auch die Beschäftigung mit „Best Practice“-Beispielen (Empowerment durch Medien, das Potenzial einer kritischen Gegenöffentlichkeit) könnte einen Kontrapunkt zu den Negativbeispielen setzen. Medienbildung kann auch im Sinne der „Cultural Studies“ als emanzipatorisches Projekt gesehen werden, was in der wissenschaftlichen Beschäftigung in Richtung einer politischen Kontextualisierung im Gegensatz zu alt hergebrachter Bewahrpädagogik führt. 

Neue Formen des Lernens durch Neue Medien 

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung war die Diskussion um Chancen und Risken von E-Learning wie Gamebased Learning, E-Portfolios, Kooperierendes E-Learning und konstruktivistische E-Learning-Arrangements.  

Der Einsatz von E-Learning wird gerne dazu benützt, um an Schulen eine verkrustete Didaktik aufzubrechen. Es wird versucht, mithilfe von neuen Technologien weiterreichende Prozesse in Gang zu bringen. Veraltete Schul- bzw. Bildungsstrukturen verhindern aber andererseits auch Erfolge im E-Learning, die gerade im Bereich des kooperierenden Lernens sehr gute Erfolge zeigen können.Auch im Bereich des E-Learnings ist somit in letzter Zeit eine gewisse Ernüchterung eingetreten: Die ExpertInnen waren sich einig, dass es etwa bei der Entwicklung von Lernmanagementsystemen zur Erzielung mediendidaktisch zufrieden stellender Resultate einen großen Kooperationsbedarf mit PädagogInnen gibt.  „Be aware of the Media“ wird im November 2006 an der Donau-Universität Krems fortgesetzt. Nähere Informationen zum Tagungsprogramm finden Sie unter:http://www.xn--medienpdagogik-cib.at (03.07.2006) 

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