Filmprojekt ersetzt Vorstrafe

Jugendliche Videofilmer produzieren den Streifen ‚Shit Happens’ zur Deliktvermeidung

Am 23.Mai 2006 hat die Videoproduktion ‚Shit Happens – Jugendliche auf Bewährung’ Premiere. Fünf straffällig gewordene Kuchler Jugendliche stellen unter Anleitung der Aktion Film Salzburg eine Videoproduktion, her, in der sie Erlebtes (mit Polizei/Eltern/Geschädigten etc.) Revue passieren lassen. Ziel des Videofilms ist es, präventiv zu wirken und Jugendliche davon abzuhalten, gegen das Gesetz zu verstoßen.

Im Jahr 2004 kamen einige Kuchler Jugendliche zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Gesetz in Konflikt – sie verübten Einbruchsdelikte in ein Musterhaus und in ein e Trafik. Unter Mithilfe des Jugendzentrums Kuchl und dem Verein Neustart/Bewährungshilfe und den Geschädigten kam es zu einer diversionellen Maßnahme durch das Gericht. Seitens der Staatsanwaltschaft Salzburg erfolgte eine vorläufige Zurücklegung der Strafanzeige gemäß § 90f in Verbindung mit der Anordnung der Bewährungshilfe  und einer Probezeit von zwei Jahren, mit der ‚Auflage, den Schaden wieder gut zu machen.

Mit Modellprojekt neue Wege  der diversionellen Maßnahme beschritten 

Die Wiedergutmachung erfolgt in Form der Aufarbeitung der Delikte mit Hilfe des Mediums Film. ‚Aktion Film Salzburg ist als Partner für medienpädagogische Projekte, wie diese, der erste Ansprechpartner. Unsere Rolle dabei ist, den Jugendlichen bei allen Fragen der Filmproduktion unaufdringlich zur Seite zu stehen. Die Jugendlich realisieren dann ihre eigenen Projekte’, sagt Martin Seibt, der pädagogische Leiter der Aktion Film Salzburg. In Ergänzung dazu gab es regelmäßige Gruppensitzungen mit den fünf Jugendlichen, dem Jugendzentrumsleiter Franz Otto und dem Bewährungshelfer Peter Lindinger. Der finanzielle Schaden, der aus den verübten Delikten entstand, wurde von den Jugendlichen zur Gänze abgedeckt.

Den fünf Kuchler Jugendlichen ist es mit der Fertigstellung des Films gelungen gleich mehrere positive Akzente zu setzen. Sie haben sich mit Straftaten auseinander gesetzt, sie haben sich mit den Geschädigten geeinigt und sie haben gelernt, wie Filme gemacht werden. Der Film ist darüber hinaus für andere Jugendliche geeignet, Konfliktsituationen zu diskutieren. Mit ‚Shit Happens’ ist ein Modellprojekt entstanden’, betont der Leiter des Jugendzentrums Kuchl Franz Otto. ‚Die vielen Vorteile der Filmproduktion liegen auf der Hand.’

Projektrealisierung durch EU-Mittel 

Das Programm ‚Jugend’ der EU (Aktionslinie 3) hat das Filmprojekt mit € 8.500.—gefördert. Das so erfolgreiche Projekt hat somit auch den Projektrichtlinien der EU entsprochen. Jugendinitiativen werden gefördert, die Projekte entwickeln und in Österreich durchführen bei denen Kreativität und der Europabezug in der Themenwahl für die Jugendlichen relevant sind.

Infos und Filmbestellungen:

Mag. Martin Seibt, MSc

Pädagogische Leitung

Aktion Film Salzburg

Imbergstr.2, 5020 Salzburg

+43-662-822023

seibt@aktion-film-salzburg.at

www.aktion-film-salzburg.at

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